Puerto Tazzacorte

 

Wirtschaftsgeschichte

Die Zuckerfabriken der Familien Monteverde, Vandale und Sotomayor, denen das gesamte Land samt Gewässer gehörten, wurden zum wirtschaftlichen Antrieb der Insel. Puerto de Tazacorte wurde nach dem Hafen der Hauptstadt, der zweitwichtigste der Insel. Im 16. Jahrhundert wurde er von einheimischen und ausländischen Schiffen angelaufen, die Zucker, Wein und weitere Produkte der Insel exportierten. Das häufige Auftauchen von Korsaren und Piraten zwang die Besitzer der Landgüter zum Bau zweier heute nicht mehr existierender Schanzen zur Verteidigung. Trotz dieses wirtschaftlichen Aufschwungs lebte der Großteil der Bevölkerung von Tazacorte unter armseligen Bedingungen in einem Viertel des benachbarten Los Llanos de Aridane, in dem Bauern und Fischer wohnten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts belebten zwischendurch Cochenille und Zucker die Wirtschaft neu, doch ständige Krisen verstärkten die Auswanderungen nach Amerika. Der Bananenanbau blühte erst nach Ende des Ersten Weltkrieges auf, als sich das englische Unternehmen Fyffes Limited sowie andere Firmen niederließen. Tazacorte hatte deutlich mehr Arbeitnehmer gegenüber einer Minderheit von Eigentümern.

Kampf um gemeindliche Selbständigkeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Kampf um die Unabhängigkeit von Los Llanos. 1923 wies der Ort mit über 2.000 Einwohnern die stärkste wirtschaftliche Entwicklung im Aridane-Tal auf. Die entscheidende Unabhängigkeitsschlacht fand unter der Diktatur von Primo de Rivera sowohl in Madrid wie auch auf der Insel statt. Am 16. September 1925 wurde Tazacorte per Dekret die Unabhängigkeit verliehen. 1928 brach dann die Pest aus. Die Entwicklung und Erhaltung des Fischerei- und Geschäftshafens, des Bananenanbaus und des sanften Tourismus stehen heute im Fokus der Gemeinde Tazacorte.

Landschaft

Die Hochebene von Tazacorte liegt am Fuße des Aridane-Tals. An seinem nördlichen Ende befindet sich der zum Naturschutzgebiet erklärte Barranco de Las Angustias, des Abfluss aus der Caldera de Taburiente. Die Lava des Vulkans Tacande (Montaña Quemada, Verbrannter Berg) und die des Vulkans San Juan haben die Landschaft von Tazacorte geformt. Der San Juan vergrößerte bei seinem letzten Ausbruch 1949 das Land am Südende der Gemeinde. Geprägt wird die Landschaft sonst hauptsächlich von Bananenplantagen. Die Berge Montaña Todoque (349 Meter) und Montaña La Laguna (343 Meter) sind zwei von vier in einer Reihe stehender Vulkane, die unter Naturschutz stehen. Verschiedene Höhlen vulkanischen Ursprungs befinden sich unter dem Gemeindegebiet. Dazu gehören einzelne Vulkanröhren wie Los Caracoles auf dem La Laguna, La Cueva de Hércules, oder die verwinkelte Höhle La Cueva del Perdido, die 1.288 Meter lang ist und vier, sich zur Steilküste hin öffnende Schlunde hat.

Der Hauptort

Im Stadtkern von Tazacorte vermischen sich traditionelle Baustile mit moderner Architektur. Alte Häuser, in kanarischem oder kolonialem Stil, mit engen Gassen zeichnen überwiegend das Bild des Ortes, der auch Klein Paris genannt wird. Das Viertel El Charco war das ursprüngliche Zentrum, an dem die Familie Monteverde eine erfolgreiche Zuckerfabrik ansiedelte. Die Stadt wuchs durch Wohnungen für Angestellte, durch Mühlen und Werkstätten und andere Wirtschaftsgebäude. Die bekannten Familiennamen Monteverde, Vandale, Sotomayor und Massieu verschwägerten sich über die Jahrhunderte miteinander. Sie wohnten in den alten Herrensitzen. Im 16. Jahrhundert erbaut wurden der kleine Palast des Vizconde del Buen Paso, das Herrenhaus des Admirals Díaz Pimienta, das Haus Massieu und das Haus der Märtyrer. Die lange vor dem Rathaus stehenden Statue (jetzt in den Museumsteil von El Charco verbannt) spiegelt die öffentliche Anerkennung des Fleißes der Landarbeiter wider, der großes Ansehen genoss.

Feste

Jährlich am 16. Juli halten die Seeleute eine Prozession zu Ehren der Virgen del Carmen ab. Am 29. September findet das große Fest zu Ehren des Erzengels Michael, des Schutzheiligen der Stadt und des Hafens von Tazacorte und aller Einwohner von La Palma statt. Höhepunkt ist der einzigartige Tanz der Caballos Fufos, der fauchenden Pferde. 20 Pferde - mit farbigem Papier verkleidete Rohrgestelle - tanzen durch die Straßen, angeführt von einer Giraffe.

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche San Miguel an der heutigen Hauptstraße wurde an der Stelle der ersten Wallfahrtskapelle der Insel erbaut. Alonso Fernández de Lugo begann 1492 in Tazacorte mit der Eroberung des Volkes von La Palma, und seine Berufung durch den Erzengel Michael machte ihn zum Schutzheiligen der Insel. Zu finden ist er als Soldat gekleidet, und als Verteidiger der Kirche, das Schwert tragend, im Wappen von La Palma. 1922 wurde dieses Gotteshaus zur Pfarrkirche. In ihr werden unter anderem die Reliquien des Martyriums der Jesuiten aufbewahrt.

Unterhalb der Kirche, im ältesten Stadtteil El Charco findet sich das stattliche Herrschaftshaus Massieu van Dalle aus dem 17. Jahrhundert, in dem häufig Kunstausstellungen stattfinden.

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Quelle: wiikipedia.de